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Jane Austens “Stolz und Vorurteil” – Filmadaptionen zwischen Tradition und Mainstream

Erscheint demnächst:

Die Verfilmungen von Romanen Jane Austens gelten in Großbritannien als „Heritage“, als kulturelles Erbe, das auch ein Ausdruck der nationalen Identität ist. Wer einen Erfolgsroman wie „Stolz und Vorurteil“ verfilmt, vom wird erwartet, sich mit der Frage auseinnderzusetzen, was „britishness“ eigentlich ausmacht. Da wird es natürlich heikel, wenn Hollywood sich dieses Stoffes annimmt, denn die Produzenten dort interessiert kulturelles Erbe herzlich wenig. Ein Film wird in Ingenieursmanie zu dem einzigen Zweck konstruiert, möglichst viel Gewinn zu erwirtschaften. Wenn nun 2005 eine britische Produktion eine Austen-Verfilmung mit alternativen Schlussszenen versehen wird – eine kitschige für den US-Markt und eine etwas nüchternere Fassung für den europäischen Vertrieb – dann liegt der Verdach nahe, dass hier ein Traditionsstoff „fit“ für den globalisierten Markt gemacht werden soll.


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Schneekönigin trifft Aschenputtel: Der britische Independent-Film “My summer of love” zwischen Liebesdrama und Sozialstudie

Von Leif Allendorf

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Zwei Mädchen flüstern sich im Dunkeln Schwüre zu: “Wenn du mich verlässt, werde ich dich töten!”, verspricht die eine. “Und wenn du mich verlässt, dann töte ich dich!”, bestätigt die andere. Aber es wird anders kommen. Die eine wird die andere verlassen. Und die andere wird die Treulose nicht töten. Obwohl es zunächst danach aussieht.

Der britische Streifen “My summer of love” wurde mit Preisen überhäuft. Er erhielt 2005 die Auszeichnungen “Bester Britischer Film”, den “London Critics Circle Award”, den “Evening Standard British Film Award” und wurde beim “Edinburgh I)nternational Film Festival” ebenso prämiert wie vom “Directors Guild of Great Britain”. Viel Lob für einen Streifen, der sehr unspektakulär das Leben in den elenden einstöckigen Arbeiterhäuschen auf dem englischen Land schildert.

Schneekönigin liest Aschenputtel von der Straße auf

Die aus einem reichen, wohlbehüteten Hause stammende Tamsin (Emily Blunt) liest die naive Mona (Natalie Press) buchstäblich auf der Straße auf. Die Bildsprache ist eindeutig: Tamsin sitzt hoch zu Ross ihres Pferdeschimmels, Mona liegt neben ihrem kaputten Mofa auf der Landstraße, als sie einander begegnen. Aber die eiskalte berechnende Schneekönigin Tamsin und das mit ihrem christlich bekehrten Bruder in einem heruntergekommenen Pub lebende Aschenputtel Mona freunden sich an und verlieben sich schließlich.

Sie haben eine Gemeinsamkeit: sie sind einsam. Mona ist Waise und Tamsin hat sich von ihrem Vater völlig entfremdet. Und so werden die folgenden Wochen für die zwei Königskinder ein Sommer der Liebe. Ob sie sich gemeinsam in der fast leer stehenden Prachtvilla von Tamsins Eltern aufhalten oder Monas Bruder zuschauen, der aus seiner ehemaligen Kneipe eine christliche Begegnungsstätte macht: die Unterschiede in Temperament und sozialer Herkunft scheinen sie einander eher näher zu bringen als zu trennen.

Bis dann eben der Verrat kommt. Tamsins tränenreicher Bericht über den Verlust ihrer Schwester ist gelogen. Alles scheint rückblickend ein Betrug gewesen zu sein – selbst die Liebe, die diesem Sommer seine Einzigartigkeit verliehen hat.

Eine Milieustudie oder der Bericht einer lesbischen Amour fou?

Der Regisseur findet beeindruckende Bilder. Die Tristesse der gottverlassenen englischen Siedlung auf dem Land wird mit wunderschönen Landschaftsbildern konterkariert. Der religiöse Wahn des ehemals gewalttätigen Bruders wird kritisch gezeigt, ohne den Menschen zu denunzieren.

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Allerdings fragt sich der Zuschauer am Ende, welche Geschichte hier erzählt werden sollte. Die Geschichte einer lesbischen Liebe oder eine Mileustudie aus dem Landleben?

Die hervorragenden Darsteller machen einiges wieder gut. Ärgerlich bleibt, dass der Grund für Tamsins Liebesverrat völlig im Dunkeln bleibt. In dieser Hinsicht bleibt der ansonsten so präzise Film hinter seinem Anspruch zurück.

My summer of love. UK 2004. Darsteller: Nathalie Press, Emily Blunt. Regie: Pawel Pawlikowski. Buch: Helen Cross. Musik: Alison Goldfrapp und Will Gregoryt. 84 Min.

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Dominik Grafs Geschichte „Der Felsen“

Von Leif Allendorf

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Etwas ratlos reagierte die Filmkritik auf Dominik Grafs Kinofilm, in der eine deutsche Urlauberin sich auf eine verhängnisvolle Liebesgeschichte mit einen jungendlichen Kriminellen auf Korsika einlässt. Über die Professionalität des Werkes war man sich einig. Aber irgendwie wurden die Rezensenten mit dem Streifen nicht so recht warm. Die bei Eurovideo erschienene DVD gibt Gelegenheit, sich den Kinofilm noch einmal in Ruhe anzusehen. Die Geschichte lebt zweifellos von der Hauptdarstellerin Karoline Eichhorn, die mit schlafwandlerischer Sicherheit durch die manchmal grausam scharfen, manchmal nächtlich verwischten Bildern der Digitalkamera durch die Ereignisse taumelt.

Filmkunst oder Manierismus?

In einer Online-Ausgabe des Film-Magazins Der Schnitt konnten sich selbst die Kritiker der gleichen Redaktion nicht einigen. “Der Felsen ist eine Initiation, glasklar, radikal, die härteste, die es gab im Kino der letzten zwanzig Jahre”, schwärmt Fritz Göttler. “Karoline Eichhorn, sie ist so unglaublich in diesem Film, wie Karina es war bei Godard und Deneuve bei Truffaut.” Der Verweis auf filmische Meilensteine wie Godards Alphaville verdeutlicht, wie hoch die Filmkunst von Dominik Graf sich von der all seiner deutschen Kollegen unterscheidet. Ist da schon zuviel Kunst? “Zweifellos, Der Felsen ist Kunst, doch sei gefragt, ob er außerhalb seines Korsetts von Kunstbegriffen, bei aller Kodierung noch lesbar ist,” kritisiert Maqtthias Grimm in der gleichen Ausgabe. “Die Strenge, mit der Graf sein Werk in jedem Aspekt als Kunst denotiert, versetzt es in eine Abhängigkeit zu seinen Mitteln, die nicht zwangsweise Sinn macht und den Intellektualismus bisweilen ebenso übertreibt wie diese Filmkritik.”

Alles ist gleich scharf

Kameramann Benedict Neuenfels schildert in einem Interview gegenüber dem Schnitt, welche Probleme die Verwendung der Digitalkamera mit sich brachte: “Alles ist scharf!” Wo der Effekt der Tiefenschärfe nicht mehr greift, ist alles gleich deutlich, Vordergrund wie Hintergrund, Hauptdarsteller und Komparsen. Dieser Realismus wird durch die in Alltagsgestammel formulierten Dialoge unterstrichen. Gleichzeitig ist das Werk hochartifiziell: Zwei Stimmen aus dem Off, eine männliche und eine weibliche, kommentieren die Ereignisse, ohne zur Klärung beizutragen. Dies in Verbindung mit der hypnotischen Musik von Dieter Schleip erzeugt einen hypnotischen Sog.

Der Kreis schließt sich nicht

Allerdings zeigt sich beim nüchternen Betrachten auf dem heimischen Bildschirm, dass nicht alles so glatt aufgeht, wie die Anfangsmetapher es nahelegt. Zu Beginn berichtet ein Afrikaner auf Korsika den Touristen von dem Spiel, in dem aus einer Reihe beliebiger Gegenstände eine Geschichte gesponnen wird. Jeder in der Runde fügt einen Gegenstand hinzu und spinnt den Faden weiter. Dem letzten Redner obliegt es dann, die Geschichte vom letzten Gegenstand mit dem ersten zu verknüpfen. Und dies will im Felsen nicht so recht gelingen. Doch selbst das wird anscheinend autopoetisch thematisiert, durch den deutschen Korsikareisenden, der dem Afrikaner zuraunt: “Na, schwindelst du wieder den Touristen etwas vor?”

Was bleibt ist dennoch filmisches Erzählen von höchstem Rang, für jeden, den es bei deutschen Filmen nach mehr verlangt als platten Komödien oder Hollywood a la Bavaria aus dem Hause Eichinger.

Der Felsen. D 2001. Regie: Dominik Graf, Buch: Dominik Graf, Markus Busch. Musik: Dieter Schleip. Mit Karoline Eichhorn, Antonio Wannek, Ralph Herforth, Peter Lohmeyer.



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„Alexander“: Oliver Stone erliegt dem Heldenkitsch

Von Leif Allendorf

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Herodot, der „Vater der Geschichtsschreibung“, ist gleichzeitig der Begründer der abendländischen Sicht auf den Konflikt zwischen dem antiken Griechenland und Persien. Während die zerstrittenen hellenischen Kleinstaaten in Wirklichkeit dem persischen Weltreich niemals gefährlich wurden, so baute Herodot in den Historien die Geschichte der Perserkriege so auf, dass die Schlacht bei Salamis als vernichtende Niederlage des orientalischen Imperiums erschien. Bereits fünfzig Jahre nach dem Etappensieg waren Athener und Spartaner nämlich bereits wieder damit beschäftigt, sich gegenseitig zu zerfleischen – mit Unterstützung des persischen Herrschers. Erst hundert Jahre darauf gelang es dem Makedonier Alexander, das Weltreich in die Knie zu zwingen.

Natürlich gehört Alexander der Große zu einer der beliebtesten Ikonen der abendländischen Geschichtsschreibung, die persische Siege verschweigt, persische Niederlagen dagegen ausführlich würdigt. Dabei hatte gerade Alexander die Vision, den Widerstreit zwischen Orient und Okzident zu beenden und beide miteinander zu verschmelzen. Was ihm auf politischer Ebene nicht gelang – die bis heute gepflegte Feindschaft zwischen Griechen und Türken bis zum heutigen Tage belegen dies traurig – das glückte ihm in anderer Hinsicht: Von Ägypten bis an den Indus wirbelte die Kultur des Hellenismus unterschiedlichste Traditionen durcheinander und sorgte für eine der schönsten Blütezeiten der Antike.

Oliver Stone: Griechen in mongolischen Jurten

Nun hat sich der US-Amerikaner Oliver Stone an diesen Stoff herangetraut. Zumindest hatte er bessere historische Berater als Wolfgang Petersen. Hatten Brad Pitt und die übrigen griechischen Krieger in dem Troja-Film bizarrerweise in mongolischen Jurten gehaust, stimmen bei Alexander die Details.

Männerfreundschaften

Was aber noch wichtiger ist: Männliche Homosexualität – bei Troja opportunistisch verschwiegen – wird nicht nur als allgegenwärtig dargestellt. Es gelingt dem Film überdies, zu beschreiben, wie diese Homosexualität in die Gesellschaft einer kriegsführenden Nation eingebettet ist. Von frühester Jugend an bilden sich Männerbünde. Die Jungs balgen sich unter der strengen Aufsicht der Ausbilder. Männerfreundschaften werden geschlossen, Männerfeindschaften gepflegt, männliche Tugenden gepredigt: Tapferkeit, Treue, Kampfesmut. Eben all jene Eigenschaften, die man braucht, um seine Leute fern der Heimat in der Schlacht bei der Stange zu halten. Und selbst die Liebe wird zur reinen Männersache. Die Beziehung von Achilles und Patroklos in der Ilias dient Alexander und seinem Partner als Vorbild. Dass es sich bei diesen Liebschaften tatsächlich um eheähnliche Verhältnisse handelt, beschreibt Gustave Flaubert in seinem Karthago-Roman Salammbo:

“Die Lebensgemeinschaft hatte manche Freundschaft zwischen ihnen geweckt. Das Lager ersetzte den meisten die Heimat. Da sie ohne Familie lebten, übertrugen sie ihr Liebesbedürfnis auf einen Waffengefährten und schliefen Seite an Seite unter demselben Mantel im Sternenlicht. Auch waren bei dem beständigen Umherschweifen durch alle möglichen Länder, den Kämpfen und Abenteuern, seltsame Liebesverhältnisse entstanden – Verbindungen, die nicht der Moral entsprachen, aber ebenso ernsthaft waren wie Ehen, – wo der Stärkere den Jüngeren im Mordgewühl verteidigte, ihm beim Überspringen von Abgründen half, ihm den Fieberschweiß von der Stirn trocknete und Nahrung für ihn stahl; während der andere, der am Straßenrand aufgelesene Knabe, der Söldner geworden war, ihm diese Hingebung mit tausend zarten Aufmerksamkeiten und den Gefälligkeiten einer Gattin vergalt.” (Flaubert 1862, 134)

In dieser Männerwelt sind Frauen entbehrlich, abgesehen von der Eigenschaft, weitere Krieger in die Welt zu setzen.

Hollywoodsche Küchenpsychologie

In krassem Gegensatz zum analytischen Scharfblick der Gesellschaftsanalyse steht die biedere Charakteristik der Hauptfiguren im Film. Es sei Oliver Stone verziehen, dass er in Hollywoodscher Küchenpsychologie die dominante Mutter für alles verantwortlich macht. Vor dieser – so suggeriert der Film – rettet nur die Flucht in die Eroberung der Welt. Angelina Jolies Darstellung des diabolischen, schönen Muttertiers ist die schauspielerische Glanzleistung in diesem Film, der letzlich scheitert. Das liegt nicht allein an der Blässe des Alexander-Darstellers Colin Farrell. Schuld ist der Regisseur, der nicht die Disziplin hat, sich die schwülstigen Monologe seiner Hauptpersonen zu schenken, die den Film auf insgesamt drei Stunden aufblasen. Dabei fehlt auch nicht der röhrende Hirsch unter den Kriegsfilmszenen, die Durchhalterede des Feldherrn. Geradezu erschreckend, mit welcher Unbefangenheit Stone zu Beginn des 21. Jahrhunderts noch einem Helden- und Führerkitsch frönt. Dahinter steht offenbar Stones Auffassung, die Weltgeschichte sei die Geschichte großer Männer vom Schlage Cäsar, Wallenstein und Napoleon. Und das ist für einen vorgeblich linken Provokateur wie Stone reichlich reaktionär.

Quellenangaben:

Alexander. USA/GB/D/NL 2004. 160 Min. Regie und Produktion: Oliver Stone. Buch: Laeta Kalogridis. Musik: Vangelis. Mit Colin Farrell, Angelina Jolie, Val Kilmer und Anthony Hopkins.

Flaubert, Gustave: Salammbo. Stuttgart 1995 (frz. Originalausgabe 1862)

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Wolfgang Petersens “Troja”: Ein Mythos wird entkernt

Von Thomas Weber

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Es gibt Stoffe, die kehren mit schöner Regelmäßigkeit in den kulturindustriellen Verwertungskreislauf zurück, der immer wieder die gleichen Geschichten remediatisiert, sie zu neuen Clustern und Produktzyklen zusammenstellt. Dabei verändert sich der Stoff bei jeder Bearbeitung und sagt weniger etwas mittels seiner schon hinreichend erzählten Story aus, sondern vielmehr durch die Art und Weise eben jener Bearbeitung.

Troja-Cluster mit Brad Pitt und Wolfgang Petersen

Wolfgang Petersens Verfilmung des Troja-Stoffes mit Brad Pitt in der Rolle des Achill ist eines der herausragenden Ereignisse des neuen Troja-Clusters vor allem auf Grund der öffentlichen Aufmerksamkeit, die dem Film zu Teil wurde. Die Art und Weise der Petersen-Inszenierung erzählt dabei eine Geschichte der mythologischen Entkernung: die Debatte der Götter, die sich in Homers Epos immer wieder in das Geschehen einmischten, wurden ebenso aus dem von Petersen linear und eindimensional konstruierten Handlungsstrang eliminiert, wie die rund 10 jährige Belagerung von Troja oder gar die homophilen Neigungen des Helden Achill, mit denen ein Star wie Brad Pitt sich beim amerikanischen Publikum offenbar nicht den Ruf „ruinieren“ wollte.

Industrielle Verwertung

Sogar Mike Hillenbrand von der amazon.de-Redaktion, dem industriellen Verwerter der seit dem 17.09.04 erhältlichen DVD/VHS – Version, fällt auf: “Hollywood-Star und ‘sexiest man alive’ Brad Pitt dreht immer mal wieder Filme, in denen er seinen gelungenen Körper seinen weiblichen Fans präsentieren darf. Mit Troja legt er einen der besseren Streifen aus dieser Kategorie vor. Das Epos lebt hauptsächlich von seiner und Eric Banas Ausstrahlung, der Achills Widersacher Hektor spielt. Während die meisten anderen ihrer Kollegen gegen die aufwendig inszenierten Bilder und Special Effects hoffnungslos unterliegen (einzig wirklich erwähnenswerte Ausnahme ist hier Priamos-Darsteller Peter O’Toole), können Pitt und Bana dem opulent ausgestatteten Drama ihren Stempel aufdrücken. An ihnen liegt es sicher nicht, dass trotz aller Bildgewalt ein etwas schaler Beigeschmack nach dem Filmgenuss bleibt.”

Reduktion des Stoffes

Und sogar den Zuschauern fallen offensichtliche Schnitzer auf; so schreibt etwa Philipp Weinreuter als Rezensent für amazon.de: “Fangen wir also kurz und knapp mit einigen wesentlichen Inhalten an die fehlen, bzw. falsch sind:

* die Götter, der Apfel der Zwietracht werden ausgeklammert, keine Athene, keine Hera, keine Aphrodite, keine Heirat von Pelus und Thetis, kein Apollon usw.

* 10 Jahre Belagerung werden unterschlagen,

* Menelaos wird völlig unnötiger Weise von Hektor erstochen,

* Agamemmnon wird von Brisis erstochen,

* Ajax kommt viel zu kurz und wird auch von Hektor besiegt,

* auf griechischer Seite fehlen Dimomedes, Philoktetes und Neoptolemos gänzlich,

* Änäas komm auf trojanischer Seite viel zu kurz.”

Dabei ist ein Vergleich von literarischer Vorlage und filmischer Umsetzung mit Vorsicht zu genießen. Veränderungen sind häufig notwendig oder unumgänglich. Doch es fragt sich, wohin die Modifikationen führen sollen?

Internationales Popcorn-Kino

Bei Petersen kommt jedenfalls eine Troja-Geschichte heraus, die wie geschaffen ist fürs internationale Popcorn-Kino, nach gängigen Drehbuchrezepten angerichtet, frei von komplexen Zusatzstoffen, gewürzt mit hinreichend bekannten Stars (oder solchen, die es werden wollen wie Diane Kruger) und garniert mit durchaus beeindruckenden special effects, die die Kosten für das visuell aufgemotzte Schlachtengetümmel weiter in die Höhe treiben und damit auch die Budgets, an denen künftige Filme sich zu orientieren haben, wenn sie dem Zuschauer einfach nur eine gute Geschichte erzählen wollen.

Troja, USA 2004. 165 Min. Regie und Produktion: Wolfgang Petersen. Kamera: Roger Pratt. Buch: David Banioff. Musik: James Horner, Darsteller: Brad Pitt, Diane Krüger, Orlando Bloom, Eric Bana, Peter O’Toole, Sean Bean, u.a. 2 DVD, Warner Home Video, 19,99 €




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