Metzlers “Deutsche Literaturgeschichte” – ein Standardwerk
Seinem Ruf entsprechend legt der J.B.Metzler-Verlag mit seiner voluminösen Geschichte der deutschen Literatur ein Standardwerk für die kommenden Jahre vor. Namhafte Germanisten (u.a. Inge Stefan, Wolfgang Emmerich) beleuchten jede Epoche vom Althochdeutschen bis zur Gegenwart. Störend ist dabei allenfalls die positive Darstellung Karls des Großen: Dass dieser mit der Vernichtung „heidnischer“ Schriften einen nicht wieder gut zu machenden Verlust zu verantworten hat, wurde unerklärlicherweise verschwiegen.
Am beeindruckendsten ist der Umgang mit der jüngeren und jüngsten Gegenwartsliteratur. Je näher uns eine Epoche ist, desto schwieriger ist sie zu beurteilen: Das Autorenteam meistert diese Aufgabe souverän und verschafft einen profunden Überblick über das Schrifttum des „Dritten Reiches“, der Exil- und Nachkriegsliteratur bis zu den Tendenzen der 80er Jahre und sogar der gerade eben erst abgeschlossenen Zeit zwischen dem Fall der Mauer 1989 und den Anschlägen vom 11. September 2001.
Wolfgang Beutin, Klaus Ehlert, Wolfgang Emmerich, Christine Kanz, Bernd Lutz, Volker Meid, Michael Opitz, Carola Opitz-Wiemers, Ralf Schnell, Peter Stein, Inge Stefan: Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Siebte, erweiterte Auflage. Stuttgart und Weimar: Verlag J.B. Metzler 2008. 764 Seiten, 29,95 EUR.
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