Entries Tagged as 'Spielfilme'

Die Neunte

Die Neunte. Regie: Pierre-Henry Salfati. Verleih: Eurovideo. Sprache: Deutsch und Französisch. Extras: Interviews mit dem Regisseur und Dirigent Kurt Masur. 79 Min.

Intelligente und besonnene Studie zur Neunten Symphonie Ludwig van Beethovens und deren bisweilen seltsame politische Karriere. Dabei verkneift sich Regisseur Salfati bei aller Ideologiekritik jede Besserwisserei. Einfühlsam wird der Frage nachgegangen, wie die Vertonung von “Freude schöner Götterfunken” seit 1824 Menschen aller Schichten und Völker bewegt. Illustriert wird die Doku mit Ausschnitten von Beethoven-Spielfilmen.

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Laissez Passer

Laissez Passer Mit Jacques Gamblin, Thierry Gibault u.a. Regie: Bertrand Tavernier. Sprache: Französisch mit engl. Untertiteln. Laufzeit: 168 Minuten.

Laissez Passer erzählt die Geschichte eines Drehbuchautors und eines Regisseurs, die beide auf sehr unterschiedliche Weise während des 2. Weltkriegs den deutschen Besatzern Widerstand leisten; zugleich entstand ein differenziertes Porträt der von den deutschen Besatzern in Paris betriebenen Filmfirma Continental Films. Der Film wurde bisher in Deutschland nicht gestartet.

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Troja – ein Mythos wird entkernt

Wolfgang Petersen hat in seinem Streifen alles eliminiert, was den Stoff interessant macht.

Troja18

Troja, USA 2004. 165 Min. Regie und Produktion: Wolfgang Petersen. Kamera: Roger Pratt. Buch: David Banioff. Musik: James Horner, Darsteller: Brad Pitt, Diane Krüger, Orlando Bloom, Eric Bana, Peter O’Toole, Sean Bean, u.a. 2 DVD, Warner Home Video, 19,99 €

Es gibt Stoffe, die kehren mit schöner Regelmäßigkeit in den kulturindustriellen Verwertungskreislauf zurück, der immer wieder die gleichen Geschichten remediatisiert, sie zu neuen Clustern und Produktzyklen zusammenstellt. Dabei verändert sich der Stoff bei jeder Bearbeitung und sagt weniger etwas mittels seiner schon hinreichend erzählten Story aus, sondern vielmehr durch die Art und Weise eben jener Bearbeitung.

Troja-Cluster mit Brad Pitt und Wolfgang Petersen

Wolfgang Petersens Verfilmung des Troja-Stoffes mit Brad Pitt in der Rolle des Achill ist eines der herausragenden Ereignisse des neuen Troja-Clusters vor allem auf Grund der öffentlichen Aufmerksamkeit, die dem Film zu Teil wurde. Die Art und Weise der Petersen-Inszenierung erzählt dabei eine Geschichte der mythologischen Entkernung: die Debatte der Götter, die sich in Homers Epos immer wieder in das Geschehen einmischten, wurden ebenso aus dem von Petersen linear und eindimensional konstruierten Handlungsstrang eliminiert, wie die rund 10 jährige Belagerung von Troja oder gar die homophilen Neigungen des Helden Achill, mit denen ein Star wie Brad Pitt sich beim amerikanischen Publikum offenbar nicht den Ruf „ruinieren“ wollte.

Industrielle Verwertung

Sogar Mike Hillenbrand von der amazon.de-Redaktion, dem industriellen Verwerter der seit dem 17.09.04 erhältlichen DVD/VHS – Version, fällt auf: “Hollywood-Star und ‘sexiest man alive’ Brad Pitt dreht immer mal wieder Filme, in denen er seinen gelungenen Körper seinen weiblichen Fans präsentieren darf. Mit Troja legt er einen der besseren Streifen aus dieser Kategorie vor. Das Epos lebt hauptsächlich von seiner und Eric Banas Ausstrahlung, der Achills Widersacher Hektor spielt. Während die meisten anderen ihrer Kollegen gegen die aufwendig inszenierten Bilder und Special Effects hoffnungslos unterliegen (einzig wirklich erwähnenswerte Ausnahme ist hier Priamos-Darsteller Peter O’Toole), können Pitt und Bana dem opulent ausgestatteten Drama ihren Stempel aufdrücken. An ihnen liegt es sicher nicht, dass trotz aller Bildgewalt ein etwas schaler Beigeschmack nach dem Filmgenuss bleibt.”

Reduktion des Stoffes

Und sogar den Zuschauern fallen offensichtliche Schnitzer auf; so schreibt etwa Philipp Weinreuter als Rezensent für amazon.de: “Fangen wir also kurz und knapp mit einigen wesentlichen Inhalten an die fehlen, bzw. falsch sind:

* die Götter, der Apfel der Zwietracht werden ausgeklammert, keine Athene, keine Hera, keine Aphrodite, keine Heirat von Pelus und Thetis, kein Apollon usw.
* 10 Jahre Belagerung werden unterschlagen,
* Menelaos wird völlig unnötiger Weise von Hektor erstochen,
* Agamemmnon wird von Brisis erstochen,
* Ajax kommt viel zu kurz und wird auch von Hektor besiegt,
* auf griechischer Seite fehlen Dimomedes, Philoktetes und Neoptolemos gänzlich,
* Änäas komm auf trojanischer Seite viel zu kurz.”

Dabei ist ein Vergleich von literarischer Vorlage und filmischer Umsetzung mit Vorsicht zu genießen. Veränderungen sind häufig notwendig oder unumgänglich. Doch es fragt sich, wohin die Modifikationen führen sollen?

Internationales Popcorn-Kino

Bei Petersen kommt jedenfalls eine Troja-Geschichte heraus, die wie geschaffen ist fürs internationale Popcorn-Kino, nach gängigen Drehbuchrezepten angerichtet, frei von komplexen Zusatzstoffen, gewürzt mit hinreichend bekannten Stars (oder solchen, die es werden wollen wie Diane Kruger) und garniert mit durchaus beeindruckenden special effects, die die Kosten für das visuell aufgemotzte Schlachtengetümmel weiter in die Höhe treiben und damit auch die Budgets, an denen künftige Filme sich zu orientieren haben, wenn sie dem Zuschauer einfach nur eine gute Geschichte erzählen wollen.

Thomas Weber

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Ein Quantum Bond

Von Bastian Buchtaleck

Die ersten eineinhalb Minuten oder gefühlte tausend Einstellungen lang bietet sich eine rasante
Autoverfolgungsjagd dar, bei der es nichts zu erkennen gibt, die allenfalls gekannt werden kann.
Denn wer wen verfolgt, ist durch den hektischen Schnitt nicht zu erfassen. Allein durch das eigene Genrewissen weiß man: Bond wird gejagt, aufwendige Action kommt vor dem Vorspann, und der Hauptdarsteller stirbt nicht schon nach fünf Minuten. Darauf folgt mit dem Vorspann die einzige Konstante, die die alten Bond-Filme mit dem aktuellen Kinofilm Ein Quantum Trost des Regisseurs Marc Forster verbindet.
Die Handlung des neuen Films knüpft unmittelbar an Casino Royal an. James Bond (Daniel
Craig) liefert Mr. White an seine Chefin M (Judi Dench) aus. White erzählt von der bislang unbekannten Organisation Quantum, worauf eine wilde Hatz zu Lande, auf dem Wasser und in der Luft beginnt. Zuerst verschlägt es Bond nach Haiti, wo er das Bond-Girl Camille (Olga Kurylenko) trifft, die ihn zu Bond-Bösewicht Dominic Greene (Mathieu Amalric) führt, der seinerseits Camille töten will, welche dann – gegen ihren Willen – von Bond gerettet wird. Österreich, Italien und Bolivien sind weitere Stationen, Vertrauen, Freundschaft und Umweltschutz sind die Themen. Außerdem geht es für Bond immer auch um Rache. „Vesper, sie hat alles für sie gegeben. Vergeben Sie ihr. Vergeben sie sich selbst“, röchelt der sterbende Helfer Mathis Bond zu. Schließlich kann Bond seinen Widersacher Greene in einem unwirklichen, aber wirklich gebauten Hotel in der Wüste Boliviens stellen. Es endet, wie es enden muss: Das Hotel fliegt in die Luft, Bond kann Camille gerade so ein zweites Mal retten und anschließend den fliehenden Greene fangen und in der Wüste zum Verdursten aussetzen.
Am Ende des Films warten ein paar Erzählstränge auf Fortsetzung, und die Frage bleibt, was ist
das für ein Bond, der sich etwas vergeben muss und Feinde mit einer Flasche Motoröl dem Verdursten aussetzt? Daniel Craig setzt in seiner zweiten Verkörperung des Agenten mit der Lizenz zum Töten den Weg fort, der in Casino Royal eingeschlagen wurde. Er ist der Rambo des 21. Jahrhunderts. Ein Einzelkämpfer, ein Gejagter seines eigenen Schattens, kein Souverän. Diese Rolle erledigt Craig allerdings sehr cool, er brilliert sogar.
Ganz anders die weiteren Figuren. Sie bleiben blass. Vielleicht liegt es bei Dominic Greene daran, dass er nichts Böseres plant, als einem Land die eigenen Wasservorräte zu verkaufen. Firmen wie Nestlé und Coca Cola oder die französischen Mischkonzerne Suez und Veolia tun dies schon seit mehr als zehn Jahren. Er ist ein ungewöhnlicher Bösewicht, da Mathieu Amalric das ursprüngliche Wesen Bonds mehr verkörpert denn Craig, er ist charmant und schläft mit dem Bond-Girl.
Judy Dench spielt M kühl, ist aber immer präsent. Bond-Girls wurden traditionell mehr ihrer
oberflächlichen Reize und nicht ihrer schauspielerischen Fertigkeiten wegen besetzt. Allerdings
leidet Olga Kurylenko wie ihre Schauspielkollegen nicht an fehlendem Talent, sondern unter
mangelndem Raum und Plastizität der Figur. Sie macht das Beste aus dieser unscheinbaren Camille, die zwar eigene Rachepläne verfolgt, aber immer auf Bond angewiesen ist. Alle Schauspieler erfüllen die Figuren mit Leben – aber immer nur so weit, wie es die Figuren ermöglichen. Dem Film fehlen, Bond ausgenommen, ansprechende Charaktere.
Dabei gab es sie immer. Es existiert eine lange Liste skurriler Bond-Nebendarsteller wie den
Beißer oder Oddjob. Im neuen Bond – leider bleibt die Figur viel zu klein – ist es der zweite CIA-Mann mit seinem Schnauzer und seiner undurchschaubaren Art, der wirkt, als hätten Tarrantino oder die Coen-Brüder heimlich einen ihrer überdrehten Charaktere in Ein Quantum Trost eingeschmuggelt. So darf auch eben dieser Charakter folgendes sagen: „Richtig oder falsch spielt keine Rolle. Wir handeln aus der Not heraus.“ Die CIA steckt sowohl mit Greene als auch mit Bonds Arbeitgeber unter einer Decke, spielt mit allen ein Spiel.
Darum dreht sich der Film: Die festgefügten Wahrheiten sind ins Wanken geraten. Schwarz und
Weiß haben ebenso wie Connery, Moore oder Brosnan ausgedient. Es lebe die postmoderne
Uneindeutigkeit mit einer Prise Moral. Und das hat Ein Quantum Trost mit seinen Vorläufern
gemein – ihn bewegt, was gerade die Welt bewegt. Wenn dies früher die Angst vor der Atombombe und der Kalte Krieg waren, sind es heute Umweltzerstörung und die knapper werdenden Rohstoffe.
Nicht ohne Grund also gräbt Greene den Bolivianern das Wasser ab. In Zukunft wird Wasser
wahrscheinlich zu den wertvollsten Rohstoffen der Welt gehören, und es spricht für Dominic
Greene und den Trust Quantum, dies erkannt zu haben. Die Darstellung überzogener Action kennt der geneigte Zuschauer aus den Stirb Langsam, Die Bourne- oder Star Wars Filmen. Er ist gewissermaßen daran gewöhnt, dass ihm in kaum übersichtlichen Bildern die Farben um die Ohren fliegen und am Ende das Gute siegt. Schon immer war die Action in Bond-Filmen Unsinn, wenn man realistische Maßstäbe anlegt. Negativ stechen allerdings einige Parallelmontagen hervor, wie zum Beispiel jene in der Oper. Wenn zwischen der Verfolgungsjagd und der dramatischen Opernschlussszene hin und her geschnitten wird, ist das zwar künstlerisch gemeint, wirkt aber nur künstlich. Insgesamt ist die Darstellung der Action in Ein Quantum Trost derart überdreht, dass der entstehende Bilderflickenteppich nur noch mit hektischen
Schnitten, wackligen Großaufnahmen und dramatischer Musik kaschiert und einzig noch mit
Genrewissen verstanden werden kann.
Wichtig ist: Der neue Bond ist ein Prequel zur eigentlichen Serie. Das hat ja schon bei Star Wars
nicht richtig funktioniert. Bei einem Prequel ist man mehr noch als bei einem Sequel den
eingeführten Figuren der Reihe verpflichtet. Aber Figuren sind immer Figuren ihrer Zeit, und die
Zeit Bonds ist zunächst einmal abgelaufen. Aktuell ist an dem neuen Bond höchstens seine innere
Zerrissenheit. Die Lust am Spiel mit der Erzählung, wie man sie von Departed, der Bourne-Reihe
oder auch dem Gangster-Klamauk um die Bande Danny Oceans finden kann, verliert sich zwischen dem Anspruch, den alten Bond zu aktualisieren, ihm gerecht zu werden, ihn zu erneuern und so weiter. Es dürfte schwer werden, aus dem aktuellen Bond den Bond zu formen, den der Zuschauer kennt, einen charmanten Agenten und Frauenhelden. Zumindest darauf darf man im nächsten Film gespannt sein.

Ein Quantum Trost (Quantum of Solace), UK/USA 2008. R: Marc Forster. D: Daniel Craig, Judi Dench u.a. 106 min.

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“1 Mord für 2″: Die Neuverfilmung von Sleuth (1972)

von Paul Heisig

Im Jahr 1971 erblickte das Bühnenspiel Sleuth das Licht der Welt und gewann postwendend den Tony Award (der Oscar der Bühne) in der Kategorie Bestes Theaterstück. Für Drehbuchautor Anthony Shaffer sollte es der Höhepunkt seiner Karriere sein. Er war zwar vorerst gegen eine Verfilmung des Stoffs, ließ sich aber letztendlich doch dazu überreden, Sleuth obendrein für die Leinwand zu adaptieren. Das Ergebnis war ein grandioses Kammerspiel, welches mit Michael Caine und Laurence Olivier in den Hauptrollen nur so glänzte von feinsinnigen Dialogen, eingebettet in ein virtuos pointiertes, dramaturgisch perfekt inszeniertes Psychogemetzel.

Wenn Hollywood schon mal dabei ist, so ziemlich jeden Klassiker neu zu verfilmen, warum dann nicht auch Sleuth – funktioniert hat es ja schon einmal. Nehmen wir uns also den Literaturnobelpreisträger Harold Pinter fürs Drehbuch, den erfahrenen Shakespeare-Regisseur Kenneth Branagh, Michael Caine für das ältere, sowie Jude Law für das jüngere Publikum. Et Voila, hollywoodsches Jammer-, äh Kammerspiel im 21. Jahrhundert, da kann ja eigentlich nichts mehr schief gehen…

Und ja, der Auftakt des ersten Aktes suggeriert eine zeitgemäße Adaption. Der eher erfolglose Schauspieler Milo Tindle (Law) sucht den erfolgreichen Schriftsteller Andrew Wyke (Caine) auf, um ihn zur Scheidung von seiner Noch-Ehefrau zu bewegen, da er diese selbst heiraten will. Beobachten wir also, wie Tindle auf Wykes Cyber-Residenz empfangen wird. Während sich beide in höflicher Umgangsform einem für Tindle recht demütigenden Schlagabtausch hingeben, darf das futuristische Anwesen bestaunt werden. Dabei lässt die blaustichige Kamera mit der ausgefallenen Perspektivwahl schnell ein Gefühl von Kunstkino aufkommen. Nachdem Tindle einiges einstecken musste und wir um eine Designerstudie reicher geworden sind, kommt es zur direkten Konfrontation. Der egozentrische Wyke fühlt sich natürlich in seiner Würde verletzt und will die Gattin nicht so ohne weiteres einem respektlosen Halbitaliener überlassen – der Kampf, oder besser das Spiel um Leben und Tod, um die eigene Ehre, wie auch um die Frau kann beginnen.

Und es hätte ein tolles Spiel werden können. Während der drei Akte versuchen nun beide Protagonisten, sich gegenseitig zu demütigen. Den Sieg im ersten Akt kann dabei Wyke, den im zweiten Tindle für sich verbuchen. Dabei geht die anfängliche Präzision stetig verloren. Konnte die Kamera anfangs noch mit unkonventionellen Perspektiven gefallen, beschränkt sie sich im Weiteren Verlauf fast ausnahmslos auf die Halbtotale. Schade. Denn das skurrile Setting beherbergt durchaus Potential als Grundlage für eine Reinterpration des Urstoffs. Im 72er Original war Wyke ein durchgedrehter Krimiautor, der seine extreme Affinität zum Spiel mit all seinen Facetten manifestieren lies, indem praktisch im ganzen Haus mechanische Puppen und bewegliche Gimmicks untergebracht waren. Damit war eine herrlich anzusehende Symbiose aus Charakter und materiellem Spiegel geschaffen. Und genau dieses Potential wird nun verspielt. Nicht nur geht die Kamera nicht auf die offensichtlichen inszenatorischen Möglichkeiten des Hauses ein – das kühle, skurrile und unmenschlich artifizielle Anwesen passt darüber hinaus einfach nicht zu Wykes Charakter und verkommt so zum Gimmick ohne Verbindung zum Kontext. Dies wäre verschmerzbar gewesen, wenn Regisseur Branagh im dritten Akt nicht vollends die Kontrolle über seine beiden Charaktere verloren hätte. Die aufgebaute klare Struktur weicht einem unnachvollziehbaren Chaos und es wird sich von nun an wahllos gegenseitig gedemütigt. Dabei heult mal der eine, mal der andere. Glich im Original der Dialogkomplex noch einem Feuerwerk an zitierfähiger gegenseitiger Parodiesierung, erinnert der dritte Akt eher einer Vormittags-Talkshow. Im Zuge dessen wird wild rumgehampelt und frenetisch gestikuliert – zum Unverständnis des Zuschauers, der spätestens dann, wenn Wyke Tindle durchs Haar streicht und ihm seine homosexuelle Neigung offenbart, sich fragt was das alles soll. Oder ist Wyke doch nicht homosexuell und verspürt plötzlich eine tiefe Sympathie für Tindles Demütigungen? Wie man es auch dreht und wendet – nachvollziehbar ist keine mögliche Interpretation. Leider schwebt eben dieses Unverständnis des dritten Akts als Damoklesschwert über dem ganzen Film. Die bittere Pointe verpufft. Dem hohen Anspruch eines Kammerspiels wird hier nicht genüge getan. Hätte man es lieber beim Original belassen…

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